Erik von Graufels
| Erik von Graufels | |
|---|---|
| Volk | Mensch |
| Klasse | Kleriker der Wee Jas (8), Paktmagier (1), Apostel der Grünen Dame (5) |
| Charakterbogen | |
Erik von Graufels wurde 577 in Graufalk geboren. Für seinen Vater Arthur von Graufels und seiner Frau Ellia war er die langersehnte Erfüllung nach einem Erben. Nicht, dass es viel zu erben gegeben hätte – schon seit mehreren Generationen war von dem alten Adelsgeschlecht nicht mehr als der Titel übrig. Arthur war Leutnant in der Stadwache von Graufalk und Ellia übersetzte alte Schriften im Auftrag von Adel und Weisen.
Leider war die Freude nur von kurzer Dauer. Ellia war dem Stress der Geburt mit ihren 39 Jahren nicht gewachsen und verstarb im Kindbett. Arthur war von ihrem Tod dermaßen erschüttert, dass er für mehrere Wochen nur noch katatonisch vor sich hin vegitierte. Es ist seinen Freunden in der Stadtwache zu verdanken, dass Erik in dieser Zeit die notwendige Pflege bekam. Die Situation änderte sich, als Arthur, der eigentlich nie sonderlich religiös gewesen war, Besuch von einem jungen St.-Cuthbert-Paladin namens Thalasek bekam, der ihn mit mächtigen Worten aus seiner Lethargie rüttelte und zu seinem Glauben bekehrte.
Arthur nahm seine Pflichten als Vater und Leutnant der Stadtwache wieder auf, hatte aber nunmehr wenig mit dem alten Arthur gemein. Er zeigte fortan eine ungemeine Härte gegenüber sich selbst und allen Missetätern, war deren Tat auch noch so trivial. Er vernachlässigte seine alten Freunde mehr und mehr und verbrachte seine freie Zeit immer mehr mit Talasek. Für seine Freunde und Kollegen kam es nicht sehr überraschend, dass er eines Tages um die Beendigung seines Dienstverhältnisses in der Stadwache bat, um in die Reihen der St.-Cuthbert-Garde zu treten. Diese Bitte wurde ihm gewährt.
Als Erik viereinhalb Jahre alt war zog sein Vater mit ihm und einer Abordnung des Ordens unter der Führung von Jieran Wierus nach Diamantsee, nachdem dort der alte Abt des ansässigen Ordens verstorben war und es vor Ort keinen geeigneten Nachfolger gab.
Als ehemalige Stadwache war Arthur entsetzt über die Zustände in Diamantsee, doch als er dagegen etwas unternehmen wollte, wurde ihm das von Vater Jieran untersagt – der Sheriff und der Bürgermeister seien für die Einhaltung der Gesetze im Ort zuständig. Und außerdem, wer nicht zum St. Cuthbert bekehrt werden wolle, habe keine Hilfe zu erwarten.
Für Erik war diese Zeit in Diamantsee hart. Nicht nur, dass Vater Jieran ihn mit immer neuen Sermonen und Gesetzen des St. Cuthbert traktierten – er bekam auch den Stock zu spüren, wenn er nicht schnell genug lernte oder unaufmerksam war. Aber was waren schon ein paar vergleichsweise sanfte Stockhiebe, wenn man das Rattenpack, das Diamantsees Gassen bevölkerte, sah, welches von ahnungslosen Erwachsenen für potentielle Spielkameraden für Erik gehalten wurde. Alle bis auf die fiesesten und größten Bullys bekamen aber sehr schnell mit, dass Erik ziemlich gut austeilen und noch mehr einstecken konnte und suchten sich lieber andere Opfer. Zu ihrer Überraschung stand Erik aber auch nicht teilnahmslos dabei, wenn sie sich ein anderes Opfer auserkoren hatten. So lernte er auch Nash-falem kennen. Unnötig zu sagen, dass es immer wieder Schelte und Zusatzaufgaben von Vater Jieran gab, weil er sich wieder gerauft hatte. Der einzige Lichtblick für Erik war sein Vater, den er ob seiner Fürsorge, Standhaftigkeit und absolutem Rechtsgewissen abgöttisch verehrte.
Zwei Tage nach Eriks siebten Geburtstag wurde sein Vater vom Sheriff des Mordes an dem Minenbesitzer Ulgo Fant angeklagt. Der Vater Jieran war entsetzt und lieferte ihn an den Sheriff aus. Am Tag danach, kurz vor der Gerichtsverhandlung, wurde sein Vater auf der Flucht getötet.
Für Erik brach eine Welt zusammen, er schrie und tobte, dass sein Vater sowas nie tun würde und bestimmt nicht vor seiner Verhandlung fliehen würde. Es half alles nichts. Der Orden schloss Eriks Vater posthum aus seinen Reihen aus und nahm Erik als sein Mündel auf. Wegen seines Unwillens die Schuld seines Vaters anzuerkennen nahm es Vater Jieran auf sich, Erik auf den „Rechten Weg“ zurückzuführen. Dies gipfelte in einem Ritual, in dem er Erik erst vergeblich zwang sich selbst zu züchtigen und ihn danach selbst bis an den Rand der Bewusstlosigkeit peitschten, jedoch ohne ihn danach zu heilen.
In der darauffolgenden Nacht floh Erik im Fieberwahn aus dem Orden und irrte auf dem Friedhof umher um nach dem namenlosen Grab seines Vaters zu suchen. Dabei wurde er von der Friedhofswache des Kultes der Grünen Dame gefunden – die Göttin Wee Jas mag ihre Hand im Spiel gehabt haben – aber einer der Kleriker empfand Mitleid mit dem Jungen und nahm ihn am nächsten Morgen mit zu dem Hügelgrad der Grü+nen Dame auf der anderen Seiter des See, wo die Priester ihn gesund pflegten. Anderen Alternativen beraubt bat Erik nach seiner Genesung darum, bleiben zu dürfen. Da die Hohe Priesterie Amariss ein gewisses Potential in Erik sah, entsprach sie seiner Bitte, machte aber zur Bedingung, dass er sich mit den Regeln und Sitten vertraut machen und seinen Beitrag zum Erhalt des Kultes leisten müsse. Obwohl Erik das zu Anfang viel zu sehr an den Prügelorden des St. Cuthbert erinnerte, merkte er sehr schnell, dass der Kult zwar auch strenge Regeln hatte, aber lange nicht so unbarmherzig daher kam wie Vater Jierans St.-Cuthbert-Orden.
Die nächsten zehn Jahre waren für Erik die erfüllendsten aber zugleich auch die frustrierensten. Einerseits nahm er die Lehren von Wee Jas begierig an und wurde schließlich auch selbst zum Priester geweiht, andererseits wird er von bestimmten Elementen in Diamantsee immer noch als Sohn eines Mörders und Heretiker des „einzig Wahren Glaubens“ gebrandtmarkt. Das Einzige, das Erik neben seinen Verpflichtungen als Wee-Jas-Kleriker und akutem Geldmangel in Diamantsee hält, ist sein Wunsch, den guten Namen seines Vaters wieder herzustellen und dabei den Priestern des St.-Cuthbert-Ordens zu zeigen, wo sie sich ihre Geißeln hinstecken können.